21.04.2026
Neurodiversität und Shiatsu
In der Welt von Shiatsu geht es oft darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre innere Balance zu finden. Gerade bei neurodiversen Personen ist diese Balance oft ein sehr individuelles Thema. Ich höre immer wieder Pauschalaussagen wie: «Wenn du Videospiele magst, kannst du doch gar kein Aufmerksamkeitsproblem haben» oder «Autistische Menschen sind doch immer so und so.» Solche Vereinfachungen greifen natürlich viel zu kurz und werden der Vielfalt neurodiverser Erfahrungen überhaupt nicht gerecht.
Ein Gleichgewicht auf bewegtem Untergrund finden
Shiatsu kann genau hier ansetzen. Denn Shiatsu bietet einen Raum, in dem Menschen mit unterschiedlichen neurodiversen Hintergründen, sei es ADHS, Autismus oder andere Formen der Neurodiversität, die Möglichkeit haben, ihre eigene Körperwahrnehmung zu erkunden und eine Form von Stabilität zu finden, auch wenn man sich mal ins Ungleichgewicht bewegt.
Ich möchte also nicht nur mit Klischees aufräumen, sondern auch zeigen, dass Shiatsu eine sehr individuelle Begleitung sein kann, um Menschen dabei zu helfen, sich selbst besser kennenzulernen und zu akzeptieren. Das bedeutet, ich betrachte jede Person als einzigartig und unterstütze sie darin, ihren eigenen Weg zu finden, ohne vorschnelle Urteile oder Schubladen.
Was bedeutet Neurodiversität eigentlich?
Neurodiversität ist ein Begriff, der die natürliche Vielfalt menschlicher Gehirne und neurologischer Strukturen beschreibt. Genau wie es bei körperlichen Merkmalen Unterschiede gibt, gibt es auch unterschiedliche Arten, wie unser Gehirn funktioniert. Manche Menschen haben zum Beispiel eine aufmerksamkeitsspezifische Ausprägung wie ADHS, andere sind im Autismus-Spektrum, wieder andere haben vielleicht eine besondere sensorische Wahrnehmung. Das alles fällt unter den Begriff der Neurodiversität.
Einige Beispiele aus dem Alltag
- ADHS: Jemand mit ADHS kann oft sehr kreativ und energiegeladen sein, aber manchmal fällt es schwer, die Aufmerksamkeit lange auf einer Sache zu halten. Shiatsu kann hier helfen, innere Unruhe zu reduzieren und ein besseres Körpergefühl zu entwickeln.
- Autismus-Spektrum: Menschen im autistischen Spektrum nehmen oft Details sehr intensiv wahr und haben manchmal andere Kommunikationsmuster. Shiatsu kann hier eine nonverbale, ruhige Unterstützung sein, um Stress abzubauen und ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
- Dyslexie oder andere Lernunterschiede: Auch hier zeigt sich Neurodiversität. Shiatsu kann helfen, Spannungen abzubauen, die durch Frustration im Lernalltag entstehen, und so das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
Wie kann Betroffenen geholfen werden?
Indem wir verstehen, dass neurodiverse Menschen nicht «falsch» sind, sondern einfach nur anders funktionieren, können wir ein Umfeld schaffen, in dem jede und jeder die passende Unterstützung findet. Shiatsu ist dabei nur eine von vielen Möglichkeiten, mehr Balance und Wohlbefinden in den Alltag zu bringen.